Vor einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten war der Mensch aufgeschmissen, wenn er nicht mit anderen zusammenarbeitete. Heute gibt es alles zu kaufen. Im Supermarkt, ohne unnötigen Kontakt mit dem Nachbarn oder dem Bauern vom Hof nebenan. Mittlerweile beschränken sich ja sogar die nicht-zweckgebundenen sozialen Kontakte auf abstrakte Avatare in Chatrooms und Instant Messengern. Instant - Freunde aus der Dose. Findet niemand sonst das "social" in social networking pervers? Heute mehr denn je hat die Kirche die Aufgabe, Menschen die blind für alles außer ihrer Kariere und ein paar flüchtigen Bekanntschaften in Netz geworden sind zurück zu führen - in ein Leben miteinander.
Neulich habe ich in einem kirchlichen Magazin einen Artikel über das treffen von Entscheidungen gelesen. Tat etwas, das nicht seinem Alltagstrott entsprach, künpfte sogar Kontakt mit Menschen und veränderte etwas. Etwas kleines, aber etwas! Das Heft dreht sich um das Miteinander, nicht um die Angstpredigten von einst! In einer Welt, in der die Kirche das einzige Organ ist das Werte lehrt merkt man, dass nicht (nur) der Glaube an Gott im Mittelpunkt steht, sondern die Aufrechterhaltung von dem, was man makaberer Weise Menschlichkeit nennt.
In diesem Artikel sind Begriffe wie Kirche und Katholizismus synonym verwendet worden. Politisch Korrekt ist das natürlich nicht. Aber da ich kein praktizierender Katholik bin sei mir zum einen verziehen und zum anderen sei darauf hingewiesen, das es in anderen Kirchen ähnliche Bewegungen zu beobachten gibt. Wichtig ist nur die Nachricht: Menschen, seid miteinander, nicht nebeneinander!